Die unfassbare Macht des Zinseszinses

„Die meisten Menschen überschätzen, was sie kurzfristig erreichen können und unterschätzen, was sie langfristig erreichen können.“

Dieses Zitat beschreibt den Zinseszins wohl wie kein zweites. Selbst Warren Buffet, der wohl erfolgreichste Investor unserer Zeit, schreibt seinen Erfolg zu großen Teilen der Macht des Zinseszinses zu. Auf die Frage hin, was ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt machte, antwortete er:

„Drei Dinge. In Amerika zu leben, um die großartigen Gelegenheiten nutzen zu können, gute Gene zu haben, sodass ich lange leben kann und den Zinseszins“

Aber keine Sorge, wir müssen nicht in Amerika leben, um den Zinseszins optimal ausnutzen zu können. Aber in der Tat ist der Zinseszins die Grundlage für den Reichtum vieler Menschen. Wie auch du die Macht des Zinseszinses optimal nutzen kannst, möchte ich dir in diesem Artikel zeigen.

 

Was ist der Zinseszins überhaupt?

Von Zinseszins spricht man dann, wenn man bereits erhaltene Zinsen weiter verzinsen lässt, anstatt sie auszahlen zu lassen. Mit jedem weiteren Jahr bzw. mit jeder weiteren Zinszahlung, erhöht sich somit der zu verzinsende Betrag und damit auch die erhaltenen Zinsen. Damit steigt dein Vermögen immer und immer schneller (exponentiell). Und schon sind bei der Macht des Zinseszinses angelangt.

Die Formel zur Berechnung des Zinseszinses:

K(1+p/100) hoch x; mit p = Zins, K = Ausgangspunkt, x = Jahre

Beispielrechnung:

K = 1000€

p= 8% (0,08)                                           1000(1+0,08)100= 2.190.761,26€

x= 100

 

Zur Veranschaulichung ein kurzes Beispiel:           

Uroma Hildegard hat vor 100 Jahren 1.000€ für ihre Nachkommen angelegt. Gehen wir nun von einer jährlichen Rendite von 8% p.a. aus, so ist nach 100 Jahren ein Vermögen von unglaublichen 2.199.761,26€ entstanden, wovon 2.190.761,26€ der Macht des Zinseszinses zu verdanken sind. Hätten wir die erhaltenen Zinsen nicht reinvestiert, hätten wir lediglich einen Endwert von 9000€.

Exponentielles Wachstum
Beispiel: Zinseszinskurve

Auch wenn wahrscheinlich nur die wenigsten unter uns einen Anlagehorizont von 100 Jahren haben, stellt sich natürlich noch die Frage, wie wir diese Macht, welche auch als das „8.Weltwunder“ betitelt wird, zu unseren Gunsten optimal nutzen und beeinflussen können.

 

Diese Faktoren beeinflussen den Zinseszins:

Im Grunde existieren 3 Faktoren, die wir zu unseren Gunsten beeinflussen können, sodass der Zinseszins seine volle Wirkung entfalten kann:

 

  1. Die Zeit (Dauer)

Je länger der Anlagehorizont, desto stärker der Zinseszinseffekt. Dies ist auch der Grund, weshalb der richtige Zeitpunkt zum (langjährigen) Investieren immer genau jetzt ist. Je früher wir mit dem investieren anfangen, desto schneller kommt der Schneeball ins Rollen. Auch mit kleinen Beträgen ist es möglich, über viele Jahre hinweg ein Vermögen aufbauen.

Legst du im Alter von 20 Jahren 10.000€ mit 8% Rendite an, hast du nach 40 Jahren bereits eine Summe von 217.245,21€ angespart. Entschließt du dich hingegen erst mit 40 Jahren, diese 10.000€ zu investieren, so hast du nicht mehr so lange Zeit, den Zinseszins für dich arbeiten zu lassen. An deinem 60. Geburtstag ist dein Vermögen dann „nur“ auf 46.609,57€ herangewachsen, anstatt auf die zuvor genannten 217.245,21€. Deshalb sollte man bereits in jungen Jahren mit dem Investieren beginnen.

 

  1. Der Zinssatz

Neben der Zeit spielt natürlich auch der Zinssatz eine große Rolle. Je mehr Rendite du bekommst, desto schneller vermehrt sich natürlich auch dein Geld.

Auch hier wieder ein kleines Beispiel, um die Auswirkungen zu verdeutlichen:

Einmal legen wir 10.000€ zu einer Rendite von 2% an (z.B. Tagesgeld). Ein weiteres Mal wird der Betrag von 10.000€ zu einer Rendite von 6% angelegt (z.B. ETF).

Nach 20 Jahren besitzen wir in Fall 1 mit 2% Rendite 14.859,47€, wohingegen wir mit 6% Rendite erstaunliche 32.071,35€ besitzen würden. Die Rendite nimmt also einen enormen Einfluss auf den Zinseszinseffekt, weshalb du dein Geld, zumindest über lange Zeiträume, nicht auf dem Tagesgeld liegen lassen, sondern investieren solltest.

 

  1. Das Kapital

Der dritte Faktor ist das eingesetzte Kapital. Je höher das eingesetzte Kapital, desto höhere fallen auch die Zinserträge aus, welche sich wiederum positiv auf den Zinseszins auswirken. Logisch, oder?

Aber selbst bei geringen Beträgen, von sagen wir mal 50€ monatlich, lohnt es sich bereits mit dem Investieren zu beginnen. Denn dadurch nutzen wir den 1. Faktor, die Zeit, bereits optimal aus.

 

Fazit

Der Zinseszins hat eine enorme Auswirkung auf unseren Vermögensaufbau. Erst durch ihn ist es uns möglich, langfristig ein kleines Vermögen aufzubauen.

Noch viel wichtiger, als den Zinseszins zu verstehen, ist es allerdings ihn auch anzuwenden.

Deshalb eröffne noch heute deinen ersten Aktien- oder ETF- Sparplan und mach vom Zinseszins gebrauch! (Nachdem du dich ausreichend informiert hast)

 

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