Gibt es einen Zinseszinseffekt bei Aktien?

Unter einem Zinseszinseffekt versteht man einen fälligen Zins, welcher zusammen mit dem ursprünglichen Kapital weiter verzinst wird und so zu einem exponentiellen Wachstum führt.

Speziell über einen längeren Zeitraum ist der Zinseszinseffekt nicht zu unterschätzen und ist in vielen Fällen sogar für den Großteil des aufgebauten Vermögens verantwortlich. Wenn du mehr über den Zinseszins an sich erfahren willst, schau doch bei diesem Artikel vorbei: Die unfassbare Macht des Zinseszinses

Jetzt stellt sich allerdings die Frage, ob der Zinseszinseffekt auch an der Börse existiert und uns dort beim Vermögensaufbau unter die Arme greift?

Die kurze Antwort lautet: Ja, natürlich greift bei Aktien der Zinseszinseffekt!

Aber wie kommt dieser zustande? Da man an der Börse keinen festen Zinssatz ausbezahlt bekommt, wie man es von den klassischen Anlageformen wie Tagesgeld, Festgeld, Anleihen, etc. gewohnt ist, muss der Zinseszinseffekt auf anderem Wege arbeiten.

 

2 Wege für den Zinseszinseffekt an der Börse!

Grundlegend existieren zwei Möglichkeiten um den Zinseszins an der Börse für einen arbeiten zu lassen. In einem gesunden, wachsenden Markt steigen die Umsätze und Gewinne im Schnitt um einen gewissen Prozentsatz (z.B. 8% p.a. auf den gesamten Markt gesehen). Ein börsennotiertes Unternehmen steht nun vor der Wahl, die erwirtschafteten Gewinne entweder in das eigene Unternehmen zu reinvestieren, um selbst weiter zu wachsen oder die Gewinne in Form von Dividenden an die Aktionäre auszuschütten. In einem Fall kommt der Zinseszins zu tragen, da mit dem Reinvestierten Kapital künftig noch höhere Umsätze bzw. Gewinne erzielt werden können und das Unternehmen an Wert steigt, im anderen Fall kann die ausgeschüttete Dividende genutzt werden, um weitere Anteile des Unternehmens zu kaufen und so in Zukunft stärker von weiteren Dividenden bzw. Kurszuwächsen zu profitieren. Nachteil der Dividendenvariante ist einerseits, dass auf Dividendenerträge direkt die Kapitalertragssteuer fällig wird, falls der Jahresfreibetrag (801€) aufgebraucht ist und andererseits, dass man genügend Selbstdisziplin an den Tag legen muss, um die erhaltenen Dividenden schließlich auch wieder zu reinvestieren.

In der Realität entscheiden sich Unternehmen oft für eine Mischform der beiden Varianten, indem sie z.B. 25% ihrer Gewinne an die Aktionäre ausschütten und den Rest ins eigene Unternehmen reinvestieren.

In allen Fällen profitieren wir Anleger also vom prozentualen Wachstum unseres Geldes, dem exponentiellen Wachstum durch Zinseszinsen. Unter der Annahme von einer jährlichen Rendite von 8% p.a. am Aktienmarkt und einem Anlagebetrag von 100€ ergibt sich folgendes Beispiel:

 

Ihr seht also: An der Börse profitiert man durchaus vom Zinseszins.

Es lässt sich jetzt darüber streiten, ob man diesen Effekt an der Börse auch wirklich Zinseszins nennen kann. „Zins“ ist bei Aktien vielleicht nicht das korrekte Wort, aber wichtig ist nur, dass die dahinter liegende Exponentialfunktion auch hier greift. Exponentielles Wachstum gibt es also alle Male.

 

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass man an der Börse auf jeden Fall von einer Form des exponentiellen Wachstums profitiert und man durchaus von einem „Zinseszinseffekt“ sprechen kann. Wichtig ist auch hier, dass man so früh wie möglich mit dem Investieren beginnt, um das maximale aus ihm heraus zu holen.

 

 

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