Wenn sich börsennotierte Unternehmen dazu entscheiden einen Teil ihrer Gewinne an uns Aktionäre weiterzureichen, gibt es grundlegend zwei verschiedene Möglichkeiten: Zum einen in Form eines Aktienrückkaufs und zum anderen in Form einer Dividendenzahlung. Häufig setzten Unternehmen auch beide Mittel gleichzeitig ein. Es ist also keine Entweder-Oder-Frage. Doch was ist besser für uns Aktionäre? Ein Aktienrückkauf oder die Dividende? Welche Herangehensweise für uns Aktionäre mehr Rendite verspricht, wird in diesem Beitrag geklärt.

Was ist ein Aktienrückkauf?

Ein Aktienrückkauf bezeichnet den Kauf von Aktien durch den Emittenten selbst. Der Emittent ist das Unternehmen, welches die Aktien ursprünglich ausgegeben hat. Ein Rückkauf von eigenen Aktien ist in Deutschland nur bis einer Höhe bis 10% des Grundkapitals erlaubt und nur mit Zustimmung der Aktionäre durchführbar. Durch den Rückkauf verringern Aktiengesellschaften ihre im Umlauf befindlichen Aktien, was entscheidende Vorteil für die Aktionäre mit sich bringt.

Aktien, welche durch ein Aktienrückkaufprogramm den Besitzer wechseln, werden i.d.R. vernichtet und damit komplett vom Markt genommen. Dadurch verringert sich die Gesamtanzahl der Aktien und jedem Aktionär steht nun ein größeres Stück vom Kuchen zu.

Zum besseren Verständnis dienen die vorangegangenen Schaubilder. Wenn euch vor dem Aktienrückkauf 10% des Unternehmens gehört haben und der Emittent einen Aktienrückkauf über 20% der ausgegebenen Aktien veranlasst, gehören euch anschließend ganze 12,5% des Unternehmens.

Vor- und Nachteile eines Aktienrückkaufs

✔️ Höhere Dividenden, da sich die Ausschüttungssumme auf eine kleinere Anzahl an Aktien verteilt.

✔️ Größeres Stimmrecht, da sich weniger Aktien und damit weniger Stimmen im Umlauf befinden.

✔️ Steigerung des Aktienkurses, da sich die Nachfrage bei Verringerung des Angebots erhöht.

❌ Geld wird nicht in das Unternehmen selbst investiert, um zukünftig höhere Gewinne zu erzielen

❌ Kurs wird künstlich geschönt und spiegelt nicht die Zukunftsaussichten der Unternehmung wider.

Was ist eine Dividende?

Dividende bezeichnet den Teil des Gewinns, welcher eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet. Die Zahlung einer Dividende erfolgt freiwillig und ist in keinster Weise verpflichtend für Unternehmen. Durch eine Dividende können Aktiengesellschaften die Aktionäre an ihrem Gewinn beteiligen.

Vor- und Nachteile einer Dividende

✔️ Aktionäre werden direkt am Gewinn beteiligt

✔️ Laufende Einkünfte für Aktionäre, unabhängig vom Kurs der Aktie

✔️ Qualitätsmerkmal bei konstanter und wachsender Ausschüttungen

❌ Geld wird ebenfalls nicht in das Unternehmen selbst investiert

❌ Dividenden müssen versteuert werden

Fazit: Was ist besser?

Beide Vorgehensweisen weisen individuelle Vor- und Nachteile auf, welche jeder individuell für sich bewerten muss. Was ist denn nun besser? Ein Aktienrückkauf oder eine Dividende? Für alle Dividendeninvestoren sehe ich den größten Mehrwert, wenn beide Herangehensweisen kombiniert werden. Dadurch werden wir Aktionäre regelmäßig am Gewinn beteiligt und erfreuen sich über langfristig steigende Kurse sowie langfristig steigende Dividendenzahlungen. Denn wenn sowohl eine Dividende gezahlt, als auch Aktien zurückgekauft werden, kann sichergestellt werden, dass die Dividende nachhaltig gesteigert werden kann. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Anzahl dividendenberechtigter Aktien stetig abnimmt, wodurch sich die gesamte Ausschüttungssumme auf weniger Anteile verteilt. Für alle Growth-Investoren bieten Aktienrückkäufe den größten Renditeboost, zumindest solange das Geld nicht besser in das laufende Geschäft des Unternehmens reinvestiert werden könnte.


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